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Die Geschichte des BSV Eppinghoven PDF Drucken E-Mail

Der Ursprung der Schützenvereine geht weit ins Mittelalter zurück und ist darin zu sehen, daß es in früheren Zeiten galt, die Städte gegen Angreifer zu verteidigen. Schutz der Bürger vor Überfall und vor Raubgesindel war oberstes Gebot. Alle Schützengilden und Bruderschaften ähneln einander im Gebrauch von Schußwaffen; zunächst mit der Armbrust, später mit Pulver und Blei. Das Treiben der Gilden, Zünfte und Bruderschaften war eng verwurzelt mit der Kirche.

Aus dieser Notgemeinschaft heraus ist wohl auch die Gründung des Bürger-Schützen-Vereins Eppinghoven zu sehen. Soweit aus Archivmaterial bisher ersichtlich ist, wurde der Verein am 13. Juni 1743 durch die Junggesellen in Eppinghoven gegründet. In den Verein wurden zunächst nur Junggesellen aufgenommen. Gleichzeitig bildete der Verein eine kirchliche Bruderschaft und nannte sich St. Johannes-Junggesellen-Verein zu Eppinghoven. Die Fahne des Vereins trug das Bild des Hl. Johannes mit der Inschrift „St. Johannes, Patron der Junggesellen zu Eppinghoven“.

Die Jahre seit Vereinsgründung 1743 bis zum Ende des 19. Jahrhunderts können nur geschichtlich in etwa nachvollzogen werden. Konkrete Angaben fehlen, so auch die Protokollbücher, die bei der Besatzung durch die Alliierten im 2. Weltkrieg verloren gegangen sind

Zeugnis der damaligen Zeit gibt ein heute noch erhaltenes Vereinsbild sowie die Vereinsfahne aus dem Jahre 1884 mit dem Schutzpatron St. Hubertus als Motiv, die trotz aller Kriegswirren durch die Umsicht des Oberfeldwebels Heinrich Kamps uns als Kleinod erhalten geblieben ist.

Um die Wende ins 20. Jahrhundert war der Verein bei seinen Übungs- und Königsschießen auf einen Stand angewiesen, der vor „Haus Endt“ bei Bellingröhr in einem Graben angelegt war. Es handelte sich dabei um einen Entwässerungsgraben, genannt Klein`s Graben, der in den Rotbach mündete. Noch heute erinnern hieran Anpflanzungen von Pappeln längs des früheren inzwischen zugeschütteten Bachlaufes. Wenn hier die 71-er Donnerbüchse knallte, so war angabegemäß ganz Eppinghoven dort versammelt.

Ein weiterer Schießstand befand sich auch am „Stapp“, unweit der Gaststätte Westermann, dort, wo jetzt in etwa das Pumpwerk liegt. Dem Hörensagen nach wollten sich in früheren Zeiten die Stappschen Schützen verselbständigen und einen eigenen Verein gründen. Die Bemühungen um eine Abspaltung zerschlugen sich jedoch.

Im Jahre 1898 trat eine Vereinskrise ein, die bis April 1900 anhielt. Verschiedene Versammlungen mußten wegen schwachen Besuches verlegt werden. Im Jahre 1899 war es soweit, daß keine Beiträge mehr erhoben wurden. Von Mitte April 1900 blühte das Vereinsleben wieder auf, nachdem teilweise ein neuer Vorstand gewählt worden war. Das Eintrittsgeld wurde damals bereits auf eine Mark festgesetzt.

Bis zum 10. März 1907 galt der Verein nur als Junggesellen-Schützenverein. Ab genanntem Tage wurden - auf Beschluß einer besonderen Versammlung - auch Verheiratete als Mitglieder aufgenommen. Im April 1907 wurde für die verheirateten Schützen eine neue Königskette angeschafft.

28. August 1910. Der Gesamtvorstand setzte sich danach zusammen aus: Wirt Bernhard Liesen, Landwirt Johann Vahnenbruck gen. Erken, Schreiner Wilhelm Bellingröhr, Bauunternehmer Johann Kamps, Ackerer Johann Krinn , Gehilfe Heinrich Kamps, Fabrikarbeiter Franz Markwitz, Ackerer Wilhelm Kolter, Heinrich Brings, Heinrich Scholten, Heinrich Bellingröhr, Ackerer Heinrich Heßelmann. Die Eintragung in das Vereinsregister erfolgte am 23. September 1910.

1911 erfolgte der Ankauf einer Parzelle Land für die Anlage eines Schießstandes. Es wurde durch den Verkäufer, Gastwirt Bernhard Liesen

Eigentümer wurde der Bürgerschützen-Verein mit Eintragung am 21. März 1911. Die Grundstücksgröße beträgt 7.064 qm. Verkäufer des Grundbesitzes war der Wirt Bernhard Liesen, für den in Abt. III des Grundbuches Zweitausend Mark als Kaufpreis, verzinslich jährlich mit 4 vom Hundert, brieflos zur Sicherung eingetragen wurde.

Das Jahr 1911 war für den Verein sehr erfolgreich. Am 21. Mai wurde in ganz großartiger Weise das Schützenfest gefeiert. Unter der Leitung des Schützenobersten Bernhard Liesen nahm das Fest einen glänzenden Verlauf

Infolge des großen Weltkrieges und der Einberufung der meisten Mitglieder des Vereins ruhte der Betrieb vom 28. Juni 1914 bis zum 13. August 1919.

Ein besonderes Ereignis war das Schützenfest am 11., 12. und 13. Juli 1920, das in Ermangelung eines Zeltes auf der Dampfziegelei der Firma Scholten und Claus  in Eppinghoven in einem großen Trockenschuppen abgehalten wurde. Da es das erste Volksfest seit Kriegsausbruch war und auch zu gleicher Zeit Kirmes abgehalten wurde, brachte man demselben ein besonders großes Interesse entgegen

Das nah und fern so beliebte Eppinghovener Schützenfest hatte auch durch die langen Kriegsjahre hindurch seinen alten guten Klang behalten. Bemerkenswert ist, daß beim angesetzten Schießen der beste Schütze nicht König wurde, sondern nur die Präsidentenwürde bekam.

Am 29. und 30. Mai 1921 fand in der alten Leimfabrik  an der Rotbachstraße - später Autowerkstatt Banning, gegenüber der jetzigen Friedenskirche - ein glänzend verlaufenes  Schützenfest statt. Der Oberst Bernhard Hesselmann sorgte im Verein mit dem Vorstande, daß echte Festesfreude ihren Einzug hielt. Ein Glückwunschschreiben ihres Onkels Arnold an Königin Elisabeth Liesen im Jahre 1921 erinnert an diesen Tag.

Als äußeres Zeichen der Dankbarkeit setzte der Verein seinen im Weltkrieg gefallenen Schützenbrüdern auf der Schützenwiese ein Denkmal. Am 29. Mai 1921 fand die feierliche Enthüllung statt. Die Angehörigen der Gefallenen, die Spitzen der geladenen Behörden und sämtliche Schützen hatten sich eingefunden

Durch Unruhen und Besetzung durch belgische Soldaten ruhte der Vereinsbetrieb vom 29. Januar 1923 bis zum 2. August 1925.

Am 16. August 1925, nach zweieinhalbjähriger Unterbrechung hielt der Verein unter großer Beteiligung, vom prächtigen Herbstwetter begünstigt, sein erstes Preisschießen ab. Das Hauptpreisschießen 1925 wurde zugleich mit einem Weiheakt für den neu errichteten Kugelfang verbunden.

Nachdem der Verein im Jahre 1911 das Gelände an der Eppinghovener Straße gekauft hatte, wurde dort ein 100-Meter Scheibenstand mit mächtigen Traversen sowie ein Hochstand errichtet. Da der Hochstand keinen Kugelfang hatte, mußte beim Schießen auf Vogel der Wohnung´sche Busch abgesperrt werden.

Der Verein entschloß sich im Jahre 1926 zum Bau eines neuen Vogelschießstandes mit Kugelfang, der allen Ansprüchen auf Sicherheit genügte und auch heute noch steht. Allerdings wird der Kugelfang heute nicht mehr mit der Seilwinde hoch gedreht, sondern mit elektrischem Motor hochgezogen. Zur Finanzierung gab der Schützenverein auslosbare und mit 10% verzinsliche Schuldverschreibungen über einen Betrag von 5 Reichsmark heraus

Am 10. und 13. Juli 1926 erfolgte die Einweihung des Vogelschießstandes, verbunden mit dem Hauptpreisschießen. Auf der Schützenweise wurde der Weiheakt des neu errichteten Vogelschießstandes  durch den Schützenoberst Bernhard Hesselmann vollzogen. In seiner schneidigen, markanten Ansprache übergab er den Schießstand dem Verein.

Der Mitgliederbestand betrug Januar 1928  = 132 Schützen.

Richard Blumenroth schreibt zum Ende seiner Ausführungen über die Geschichte des Bürger-Schützenvereins Eppinghoven: „Würde der Geist der Zusammengehörigkeit, der Kameradschaft, der im Bürger-Schützenverein Eppinghoven herrscht, in ganz Deutschland wehen, dann wäre es besser um uns bestellt. Wir wollen auch für die Zukunft hoffen, daß sich das alte von den Vätern ererbte große Gut der Schützenvereine weiter hält und ausbaut, zum Wohle unseres schönen Deutschen Vaterlandes.“

Im Jahre 1938 wurde der Schießstand erweitert und der neue Scheibenstand eingeweiht. Der Verein verfügte sodann über zwei Wehrmann 100-Meter Stände und zwei Kleinkaliber 50-Meter-Stände. Die Schußbilder wurden durch Schützen per Handkelle aus der betonierten Schießgrube angezeigt. Wie die lokale Presse berichtete, galt unser Stand seinerzeit als einer der schönsten und modernsten Stände im Kreisgebiet.

1939 wurde vor dem 2. Weltkrieg das letzte Mal Schützenfest mit König Johann Lohscheller - von 1933 -1950 Vorsitzender des Vereins - und Königin Adele Freesmann begangen. Die Vereinstätigkeit ruhte dann infolge der Kriegs- und Nachkriegsereignisse bis 1949.

Am 13. Februar 1949 wurde die erste Versammlung nach dem Kriege im Vereinslokal, Restaurant und Gartenwirtschaft „Im Jäger“, gt. Jägerhof, Besitzer Bernhard Liesen, abgehalten und eine Satzungsänderung / Neufassung beschlossen. Zahlreiche Schützenkameraden hatten sich eingefunden und Johann Lohscheller als noch amtierender Vereinsführer übernahm die Leitung der Versammlung und bildete übergangsweise den neuen Vereinsvorstand.

Die Vereinstätigkeit blühte wieder auf. Bereits 1950 trat in der Vereinsführung ein Wechsel ein. Nachfolger wurde Heinrich Bellingröhr, der im gleichen Jahr bereits die Königswürde mit der Armbrust errang. Feuerwaffen waren kurz nach dem Kriege durch die Alliierten noch nicht erlaubt. 1952 durfte erstmals wieder mit Kleinkalibergewehren auf Scheibe geschossen werden.

In der Generalversammlung vom 23.04.1957 wurde der Bau einer 17 Meter langen und etwa 4 Meter breiten dreiseitig geschlossenen Schützenhalle mit Eternit-Dach beschlossen. Zement und Eisen hierfür waren ein Geschenk der Thyssenhütte über Professor Cordes. Fahnenoffizier Heinrich Stammen arbeitete abend für abend in der Schlosserwerkstatt von Johannes Poot, um die Eisenträger für die Halle montagefertig herzurichten. Sein Mitkollege, Fahnenoffizier Theo Stepper war für die Beton- und Maurerarbeiten zuständig. Schützenbruder Willi Hüser schaffte die Baumaterialien herbei und sorgte als Dachdecker für die fachgerechte Verlegung der Eternit-Platten. Richtfest wurde am 18.05.1957 gefeiert. Die Übergabe erfolgte zum Schützenfest am 15.06.1957.

Im Zeichen des 225-jährigen Vereinsbestehens beging der Verein am 1., 2. und 3. Juni  1968

Während der Präsidentschaft von Heinrich Bellingröhr, die 28 Jahre erfolgreiche Vereinsarbeit begründete, entstand u.a. 1968 / 1969 das Schützenhaus.

Der lang gehegte Wunsch, eine den heutigen Erfordernissen entsprechende moderne Schießanlage zu errichten, erfüllte sich der Verein mit der Grundsteinlegung am 16.071968 für das heutige Schützenhaus. Initiatoren hierfür waren insbesondere Theo Bellingröhr, Jubiläumskönig zum 225-jahrigen Bestehen unseres Vereins, sowie sein Minister Bernhard Opgen-Rhein und unser damaliger Präsident und Oberst Heinrich Bellingröhr.

Am 30.08. 1968 wurde Richtfest abgehalten. Am Samstag, dem 19.04.1969, übernahm Festwirt Wilhelm Evers den ersehnten Kneipenbetrieb im Schützenhaus. Die offizielle Einweihung erfolgte am 18.05.1969 im Rahmen einer Feierstunde.

Nicht unvergessen bleiben sollen hier die langjährigen Weggefährten von Präsident Heinrich Bellingröhr, und zwar: Hauptmann Karl Freesmann, Feldwebel Theo Stepper, Kassenwart Johann Bies, Schießwart Bernhard Uellenberg, die Schriftführer Heinz Bremer und Dieter Seifert, die Fahnenoffiziere, seine Vorstandskollegen und viele andere mehr, die sich alle für das Vereinswohl einsetzten. 1975 wurde Heinrich Bellingröhr mit der Goldenen Verdienstnadel des Rheinischen Schützenbundes ausgezeichnet.

Als Bernhard Opgen-Rhein, der zuvor schon langjähriges Vorstandsmitglied und seit 1974 als 2. Vorsitzender tätig war, auf der Jahreshauptversammlung am 22.01.1978 zum neuen Vereinsvorsitzenden gewählt wurde

Im Jahre 1978 wurde dann der Beschluß gefaßt, die bestehende Schießanlage um eine Luftgewehrhalle mit 6 Schießständen im Innenbereich der Schießanlage zu erweitern.

Am 08.11.1986 erhielt unser Schützenhaus ein neues Dach aus Thermo-Thyssenblechen, nachdem die bisherige Dacheindeckung aus Welleternit mehrfach Undichtigkeiten zeigte. Die Arbeit geschah in Eigenhilfe der Schützen.

Laut Vorstands- und Versammlungsbeschluß wurden im Februar 1990 die Vereinsmitglieder erneut aktiv und schafften sich Lagerräume in Form von zwei Fertiggaragen. In dem bisherigen Lagerraum entstand für die Vereinsjugend der lang ersehnte gemütliche Jugendraum. Gleichzeitig wurden die Luftgewehrstände mit 6 elektronischen Seilzuganlagen versehen.

Angesichts der Verdienste um den Verein wurde Bernhard Opgen-Rhein im Jahre 1990 mit der Goldenen Verdienstnadel des Rheinischen Schützenbundes ausgezeichnet.

1993 feierte der Verein im Verlaufe seines Schützenfestes vom 28. Mai bis 30. Mai sein 250-jähriges Vereinsjubiläum.

Notizweise: Im Jubiläumsjahr 1993 zählte unser Verein 285 Mitglieder, darunter 185 Schützen, 40 Jungschützen, 33 Damen und 27 Ehrenmitglieder.

Als Nachfolger für den am 14.09.1993 kurz nach dem Vereinsjubiläum allzu früh verstorbenen Vorsitzenden Berni Opgen-Rhein wurde in der Jahreshauptversammlung am 23.01.1994 Dieter Seifert, Träger der Goldenen Verdienstnadel des Rheinischen Schützenbundes und der Silbernen Verdienstspange des RSB, überdies ausgezeichnet mit dem Ehrenorden des Vereins für 20-jährige Schriftführertätigkeit, als neuer Vorsitzender vorgeschlagen und einstimmig gewählt. 

 

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